Ansiedlungskonzept als Kernelement der Nachhaltigkeitsstrategie

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn mbH treibt nachhaltiges Wirtschaften voran. Ein Kernelement ist das nachhaltige Ansiedlungskonzept, das sie mit LennardtundBirner entwickelt hat. Vorbildhafte Unternehmen werden auf einer Nachhaltigkeitskarte dargestellt. Über das Ansiedlungskonzept und weitere Projekte berichten Geschäftsführer Frank Wolters und Heiner Buitkamp, Leiter Standortmanagement.

Frank Wolters, Geschäftsführer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn mbH

Heiner Buitkamp, Leiter Standortmanagement

Herr Wolters, Herr Buitkamp – Sie haben soeben mit LennardtundBirner ein Ansiedlungskonzept erstellt. Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

Wolters:
Nachhaltigkeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche und resiliente Wirtschaft. Für uns bedeutet das, ein Konzept auf Grundlage objektiver Daten abzuleiten und nicht auf Basis politischer Meinungsbilder. Sicher gab es bisher auch bestimmte Richtlinien, zum Beispiel das Steueraufkommen. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn Sie auf Basis Ihrer Kompetenzbranchen und Wertschöpfungsketten eindeutige Vergabekriterien entwickeln können. Mit diesem Fokus ein Ansiedlungskonzept abzuleiten und auf den Weg zu bringen, ist der richtige Schritt in eine nachhaltige Standortentwicklung.

LennardtundBirner legt während des Prozesses ebenfalls Wert auf Nachhaltigkeit. Es wird grundsätzlich eine überparteiliche Lenkungsgruppe eingerichtet, die jeden Meilenstein des Konzepts beschließt. So wird größtmöglicher Konsens zum Konzept hergestellt – eine Garantie für die spätere Umsetzung.

Buitkamp:
Die Lenkungsgruppe war in der Tat sehr wichtig. Wir sind in enger Abstimmung mit unserem Aufsichtsrat vorgegangen und haben die Stadtverwaltung eng mit eingebunden. Dadurch konnten wir einige „Aha-Erlebnisse“ schaffen. Zum Konsens: Bei der Vorstellung der wirtschaftlichen Kompetenzfelder ging ein Raunen durch den Raum. Die bisherige Wahrnehmung war schon bei einigen unterschiedlich zu dem, was bei der faktenbasierten Analyse herauskam.

Haben Sie Beispiele?

Buitkamp:
Mancher dachte, dass wir noch viele Gewerbeflächenreserven am Standort haben. Dem ist aber nicht so, deshalb haben wir ja auch auf das Ansiedlungskonzept gepocht.
Wolters: Wir sind auch nicht wie kolportiert der IT-Standort schlechthin. Die untersuchten Beschäftigungsverhältnisse lassen diesen Schluss nicht zu. Die faktenbasierte Analyse hat mit Vorstellungen aufgeräumt, dass wir jetzt nur noch in High-Tech machen.

Hat sie auch Auswirkungen auf die gesamte Arbeit in der Wirtschaftsförderung?

Buitkamp:
Ja, denn wir wissen jetzt, welche Wertschöpfungsketten wir stärken müssen. Dadurch können wir bei verschiedenen Aktivitäten und Initiativen viel passgenauer sein. Das betrifft zum Beispiel die Bereiche Startup, Fachkräfte oder das Aufgabenfeld Digitalisierung. Die Erkenntnisse helfen uns also auch bei der nachhaltigen Ausrichtung der gesamten Wirtschaftsförderung.

Sie haben eine Nachhaltigkeitsbeauftragte und drehen im operativen Geschäft an vielen Stellschrauben:

Wolters:
Wir haben einen Letter of Intent auf Basis der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zum verantwortungsvollen Verhalten innerhalb der Wirtschaftsförderung vorbereitet. Wir laden unsere Unternehmen am Standort aktiv ein, diesen ebenfalls zu übernehmen. Im Sustainability Hub, dem sogenannten SustHUB, werden gemeinsam mit der Wirtschaft Themen aus der Wirtschaft heraus identifiziert und vorangetrieben. Dieses Jahr wollen wir darüber hinaus erstmalig einen Nachhaltigkeitspreis vergeben, um den niederschwelligen Einstieg zu fördern. Wir bieten Unternehmensexkursionen an, kürzlich zur Besichtigung einer Wasserstoffanlage, und bringen das Thema Nachhaltigkeit aktiv in unsere Kommunikationskanäle ein.

Wie ist die Zusammenarbeit zum Thema Nachhaltigkeit innerhalb der Stadt?

Wolters:
Paderborn will bis spätestens 2040 klimaneutral sein. Dafür arbeiten wir mit dem Umweltamt im Rahmen der gesamten Stadtstrategie Hand in Hand.