Herr Bürgermeister, Sie sind momentan der Hauptansprechpartner für ein Projekt, das Strahlkraft für Gründer im Agrobusinessbereich für ganz Deutschland haben kann.
Ich begleite das Projekt seit meiner Wahl zum Bürgermeister in Glückstadt am 1. Mai 2022. Die Überlegungen, in der Stadt Glückstadt das Erfolgsmodell der Stadt Itzehoe zu wiederholen gab es bereits 2020. Das Innovationzentrum Itzehoe für Gründer aus dem Tech-Bereich ist sehr erfolgreich. Allerdings kann man das Gleiche nicht zweimal machen und sich damit gegenseitig kannibalisieren. Deshalb haben wir 2021 LennardtundBirner mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Sie sollten ein tragfähiges inhaltliches Konzept für ein zweites Zentrum mit eigenem Profil entwickeln. LennardtundBirner ist bekannt für die Analysen von Wertschöpfungsketten und hat große Erfahrung beim Aufbau von Innovationszentren. Beides war für uns entscheidend.
Die Analyse der Branchenzusammenhänge (Wertschöpfungsketten) und tiefgründige Gespräche mit Standortexperten ergab, dass ein Zentrum mit der geplanten Ausrichtung eine wichtige Ergänzung der Zentrenlandschaft in Deutschland ist. Warum?
Die Untersuchung hat klar aufgezeigt: Unsere wirtschaftliche Kompetenz liegt im Bereich Agrobusiness. Wir sind ländlich geprägt, haben Unternehmen mit nachhaltiger Garnelenzucht, eine Schokoladenmanufaktur, eine Biobäckerei und natürlich unsere berühmte Matjesproduktion. Wichtig war es, diese Fakten strukturiert vor Augen geführt zu bekommen. Sonst wären wir vielleicht zum Trendthema Energie abgeschweift.
Sehr überraschend für uns alle war allerdings das Thema Automatisierung der Landwirtschaft. Dass wir hier echte Potenziale haben, war uns nicht bewusst. Erst durch Ihre tiefgehende Analyse und Ihre Fachgespräche mit Experten wurde das sichtbar.
Zudem hat Ihre Recherche bestätigt, dass ein Gründerzentrum in der Kombination Ernährung- Steuerungstechnik/Sensorik in Deutschland noch nicht existiert. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist für uns ein großer Ansporn.
Wie haben Sie die Präsentation der Studie erlebt?
Ich bin Ingenieur, die genauen Daten und Fakten haben mich sofort mitgenommen. Das sind fundierte Ergebnisse, die auch für die kommenden Gespräche mit Ministerien, Staatssekretären und Finanzierungsgebern sehr hilfreich sind. Auch für Laien war die Aufbereitung verständlich, vor allem die Visualisierung des Projekts.
Die Berechnungen zum Zentrum sind gut nachvollziehbar. Natürlich werden wir noch gemeinsam Anpassungen vornehmen, das ist ein kontinuierlicher Prozess.
Stichwort gemeinsam: Sie haben LennardtundBirner beauftragt, Sie weiter zu begleiten, unter anderem bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, Kommunikationsmaßnahmen und dem Aufbau eines Unterstützernetzwerks. Warum?
LennardtundBirner hat viele Innovationszentren begleitet. Sie haben ein umfassendes Grundwissen, arbeiten aber aufgrund Ihrer Kompetenz auch sehr individuell und flexibel. Ich schätze Ihr Engagement. Ich kann Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, für Machbarkeitsstudien einen Dienstleister zu beauftragen, der die weitere Umsetzung begleiten kann. Bei einem Millionenprojekt muss ich nach der Konzepterstellung in die professionelle Umsetzung investieren. Ein Gutachter wie Sie, der ein Projekt von der Konzeptionierung bis zur Realisierung begleiten kann ist hier sehr viel wert.